Fuerteventura

Traumstrände mit bilderbuchweißem Sand und klarem Wasser lassen mich der Insel verzeihen, dass meine Haare in kürzester Zeit vom Sturm verklettet und meine Augen voller Sand sind. Es ist Winter, es ist sonnig und es ist eben windig. Nehmt auf alle Fälle Eure Kaputzenjacken mit. Starke Winde, stille Vulkane, einsame Sanddünen im Norden, der magische Strand von Cofete im Süden und die charmanten Atlashörnchen im Landesinneren – das ist Fuerteventura. Starten wir im Norden…

Corralejo im Norden

In Corralejo im Norder der Insel sind die Strände am schönsten. Der Nationalpark Corralejo mit seinen Wanderdünen gefällt mir sehr. Während im Ort selber buntes Treiben herrscht, findet man hier seine Ruhe. 2-3 Hotels liegen inmitten des Nationalparks und sind wegen dem tollen Ausblick zu empfehlen.

 


La Oliva und Umgebung

Wir fahren auf den schmalen Straßen der Region Oliva vorbei an blühenden Bougainvillea , an Olivenbäume und Kaktussen und schauen verträumt in die Landschaft bis es knallt. Auf einmal haben wir  eine riesen Beule im Leihwagen.  Das auf die Straße gemalte Stopschild ist völlig verwittert, fast nicht erkennbar, das andere Auto viel zu schnell. Es passiert immer da wo man es am wenigsten erwartet. Ein unbeteiligter, netter Herr hilft uns beim Übersetzten der Versicherungsunterlage und ist auch nach einer Stunde noch völlig entspannt. Andersrum zu Hause wäre ich wahrscheinlich schon nach 10 Minuten genervt gewesen. Wir trinken einen Milchkaffee  im kleinen Dorfcafé, welches wir unter normalen Umständen kaum  bemerkt hätten. Hier  zahlen wir  nicht einmal  1/3 wie in den nahegelegenen Touristengebieten. Fazit: Autos ohne Selbstbeteiligung leihen und nicht träumen beim Fahren, anderen helfen und einfach mal die Cafés und Leute etwas außerhalb kennen lernen.

 


Besuch bei unseren Freunden den Atlashörnchen

Wir fahren in Richtung  Lajares. Von dem kleinen  Dorf aus  ist es nicht mehr weit zu den Lavafeldern und Vulkanschluchten. In dieser Region wohnen viele der charmanten Atlashörnchen. Es knistert und knackt überall zwischen den Felsspalten. Möchtest Du sie treffen, dann setz  Dich einfach ruhig irgendwo zwischen die Steine, knister ein bisschen mit einer Erdnuss und sie werden kommen. Später  erklimmen wir den Weg hoch zum Krater.  Ich knicke mehrere Male um, das Gelände ist unwegsam und der Sturm pustet mich fast weg.  Ich wünschte ich hätte Wanderschuhe mitgenommen. Endlich oben angekommen  begrüßen uns nochmal dutzende Hörnchen. Nein, man darf sie eigentlich nicht mit Nüssen und Kürbiskernen, ihrer Lieblingsspeise, füttern, denn sie gelten mittlerweile als Schädlinge.

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Mein Teenager und ein Atlashörnchen

 

 


Strand von Cofete,  ein traumhafter Albtraum

Der Strand von Cofete ist ein atemberaubender,  magisch anmutender Strand.  Ich wollte unbedingt hier her und dann mache ich mir auf dem Weg dorthin ins Hemd. Wir fahren ca. zwei Stunden vom Norden bis ganz in den Süden von Fuerteventura, zur Hacke des Fußes,  als die normale Straße auf einmal in eine Schotterpiste übergeht. Von hier an holpert und poltert es und auf eine Kurve folgt die nächste Kurve. Als ich merke, dass wir immer mehr an Höhe gewinnen und mittlerweile am Abhang fahren,  da ist es schon zu spät zum umkehren. Unwegsames Gelände ist für mich kein Problem. Höhe geht für mich nicht! Ich habe eine fürchterliche Höhenangst und bin ausgerechnet auf Fuerteventura nicht auf solche Hänge vorbereitet. Dass  der Strand nur über eine Bergstraße zu erreichen ist,  sehe ich auf der Karte nicht.  Nun steigere ich mich in eine Panik rein.  Je steiler die Hänge werden umso verrückter werde ich.  Der Weg ist lang. Endlich am Strand von Cofete  angekommen bin ich in Schweiß gebadet und mein Magen rebelliert.  Zum Glück trockne ich schnell, denn es stürmt gewaltig. Am Strand ist es wild und einsam. Mit zittrigen Beinen frage ich die wenigen anderen Menschen ob sie einen anderen Weg zurück kennen. Sie antworten >> nein <<.  Ich überlege ob ich in der verlassenen Villa Winter Unterschlupf finden könnte, was natürlich albern ist.  So sitze ich bockig am Strand und habe keine Lust Fotos zu machen. Nun ja, wieder im Auto auf dem Rückweg  hänge ich mir eine Jacke über den Kopf und komme irgendwie, nach gefühlten Stunden,  wieder auf eine normale Straße. Mein Sohn findet es witzig, mein Mann ist genervt und ich – ich fühle mich nur krank. Fazit:  Für Menschen ohne Höhenangst und mit viel Zeit – wahnsinnig empfehlenswert. Für alle anderen nicht. Wenn, dann aber mit Geländewagen!

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Handyfoto von meinem Sohn gemacht  mit Blick auf Cofete

Rundreise Gran Canaria

 

Feuerberge und Aschetäler

 

Die grüne Lagune

 

 

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15 Kommentare

    • Vielen Dank für Deinen Kommentar. Schlechte Straßen, Matsch, Einöde, Schotterpisten -das mag ich. Es sind diese fiesen Bergstraßen die ich leider nicht mehr verkrafte. Man hofft immer >> ach, wir sind wohl gleich da, höher geht wohl nicht mehr<< und hinter der nächsten Kurve wird es noch steiler. La Réunion hört sich französisch an, aber ist in Asien, nicht?

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